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Geschichten aus dem blauen Traumland
Das „liebe“
Internet!
Heutzutage kommt kaum noch jemand ohne PC aus oder gar ohne
Internet. Allgegenwärtig bevölkert es die
Büros, die Freizeit und vielerorts
findet man kaum einen Menschen, der nicht von dem Virus
„Internet“ befallen
ist.
Meine Mutter ist immer sauer, wenn ich sage „ich schau mal
ins Internet“ oder „ich muss erst den PC
ausmachen“. Hier – außerhalb von
Deiner „Kiste“ – findet das Leben statt
– komm und hilf mir die Katzen füttern.
Dazu muss man wissen, dass meine Mutter jede Menge Katzen betreut. Wir
wohnen
am Rande einer Großstadt und hinter unserem Haus beginnt ein
kleines
Naturschutzgebiet. Dort haben sich viele Katzen hingeflüchtet,
ob ausgesetzt,
weggelaufen – verwildert sind sie alle. Keiner schaut nach
Ihnen – nur meine
Mutter kümmert sich, soweit sie kann.
Eines Tages bin ich dann mal mitgegangen und habe den großen
Korb mit dem Futter getragen, weil es meiner Mutter nicht so gut ging.
So sah
ich das erste Mal, was meine Mutter in ihrer
„Freizeit“ so macht. Das da ist
„Einauge“ sagt sie und zeigt auf einen roten Kater,
der total zerrupft und nur
mit einem Auge am Rand des Futterplatzes sitzt und misstrauisch zu uns
rüberschaut. Du bist ihm nicht geheuer, sagt sie –
dich kennt er nicht. Wenn
ich alleine bin, kommt er näher. Oh, flüstert sie,
dreh dich mal ganz langsam
um – hinter dir! Im Zeitlupentempo (ich hab genug Filme
gesehen) dreh ich mich
um – zwei Meter hinter mir schauen drei kleine
Katzenköpfe unter einem Busch
hervor. Mutter flüstert – eigentlich müsste
die Mama auch da sein, sie ist
sonst immer die erste. Doch von ihr ist weit und breit nichts zu sehen.
Nach
dem wir die Futternäpfe ausgeschwenkt und neu gefüllt
haben, machen wir uns auf
den Heimweg.
Am nächsten Tag lag meine Mutter flach, sie hatte sich eine
Grippe eingefangen und darf das Haus nicht verlassen. Da bittet sie
mich, doch
nach den Katzen zu schauen und sie zu füttern. Da mich die
drei kleinen
Katzenköpfe unter dem Busch und der einäugige rote
Kater nicht mehr los
gelassen haben, braucht sie nicht lange zu bitten und ich mache mich in
der
Abenddämmerung auf den Weg. Die Näpfe sind leer, aber
weit und breit keine
Katze zu sehen. Ich machte alle sauber, füllte sie neu und
wartete. Nach einer
Stunde gab ich auf und ging heim, total enttäuscht berichtete
ich meiner Mutter,
dass niemand da war. Die kennen dich nicht, meint sie – du
riechst fremd,
bewegst dich anders da ist das normal. Auch am Abend darauf gehe ich
wieder
hin. Die Näpfe sind wieder leer, da waren sie also. Ich mache
also wieder
sauber, fülle auf und warte. Ein wenig müde bin ich
und setzte mich einfach auf
den Boden. An einen Baum gelehnt schlafe ich fast ein, da höre
ich ein Rascheln
und unter dem Busch kommen die drei kleinen Katzenköpfe zum
Vorschein. Ich wage
fast nicht zu atmen als eins nach dem anderen in Richtung
Näpfe schleicht. Eine
Weile schaue ich zu und dann verlasse ich den kleinen Platz von einer
anderen
Seite als sonst, um das Völkchen nicht beim Fressen zu
stören.
Nicht weit von dem Futterplatz entdecke ich auf einem
schmalen Pfad den roten Kater mit dem einen Auge – er hat
keine Kraft um vor
mir davonzulaufen. Irgend etwas macht ihm schwer zu schaffen, nur wenn
ich
jetzt gehe um Hilfe zu holen wird er sich ins Unterholz schleppen und
ich finde
ihn bestimmt nicht mehr. Kurzentschlossen hole ich mein Handy aus der
Tasche
und rufe meinen Freund Udo an. Kannst Du vielleicht mal im Internet
schauen, ob
es so was wie Katzenforen gibt?, bitte ich ihn. Schildere da mal, dass
ich im
Naturschutzgebiet bin und einen Kater gefunden habe, dem es sehr
schlecht geht.
Vielleicht weis da jemand Rat und was ich tun könnte, ich rufe
dich in einer
halben Stunde wieder an. Udo sagt zwar, dass ich verrückt bin,
aber er tut um
was ich ihn bitte. Nun sitze ich eine halbe Stunde auf einem Baumstumpf
und
rede auf diesen wilden Kater ein, der mich nur müde mit einem
Auge anblinzelt.
Nach einer halben Stunde rufe ich Udo wieder an und dann komme ich aus
dem
Staunen nicht mehr raus. Er sagt, dass er ein Katzenforum gefunden hat
und dass
sich zwei Frauen auf den Weg gemacht haben um mir zu helfen bzw. dem
armen
„Einauge“. Ob ich eine Jacke anhabe, wenn ja soll
ich die über den armen Kater
legen, wenn ich die Frauen höre, damit er nicht versuchen kann
wegzulaufen.
Gesagt – getan. Als ich die Frauen höre, lege ich
meine Jacke über „Einauge“
doch er ist so kraftlos und versucht erst gar nicht mehr weg zu kommen.
Hier
bin ich, melde ich mich und die zwei Frauen kommen mit einem
Plastikkasten ins
Gebüsch. Vorsichtig schieben sie den Roten mit meiner Jacke in
die Plastikbox
und machen die Türe zu.
Sie stellen sich als Annette und Karin vor, schauen sich
kurz um und schon marschieren sie mit mir und dem Kater davon. Und? Was
machen
wir jetzt mit ihm?, frage ich. Den bringen wir zum Tierarzt, mal sehen
ob der
noch was für ihn tun kann. Leider ist es für den
armen „Einauge“ zu spät, der
Tierarzt kann ihn nur noch von seinem Leiden erlösen, er hat
schon zu lange
ohne Hilfe leben müssen. Ganz mulmig ist mir und
niedergeschlagen komme ich
dann ziemlich spät zu Hause an. Meine Mutter ist auch ziemlich
fertig, als ich
ihr das Ganze erzähle.
Tags darauf klingelt Udo an und meint, geh doch mal ins
Internet – die warten im Katzenforum auf Dich. Das
fällt mir ja nun leichter
als da im Wald rumzugeistern. So lerne ich ein aktives Katzenforum
kennen, in
dem Katzenhilfe groß geschrieben wird. Annette und Karin
haben schon Hilfe
organisiert und waren auch schon auf dem Futterplatz gewesen. Nachdem
meine
Mutter wieder auf den Beinen war, haben sie ihr geholfen das
Füttern zu
organisieren, es wurden die Kleinen eingefangen und vermittelt. Die
erwachsenen
Katzen wurden mit Lebendfallen gefangen, kastriert und wieder raus
gebracht.
Nachdem die Forumsleute sich an die Stadt gewandt haben und die
Erlaubnis
eingeholt hatten, haben wir Schutzhütten für die
Katzen aufstellen dürfen. Das
schönste aber ist, meine Mutter ist nicht mehr alleine, wir
sind eine muntere
Truppe von 12 Leuten, die sich um die Katzenkolonie kümmert
und Udo und ich
gehören auch dazu.
Dem
Internet sei
Dank!
Gitano
- ein Zigeuner zieht nach Schornsheim
Darf
ich mich
vorstellen? Mein Name ist Gitano und ich bin ein Russisch Blau Kater im
stolzen
Alter von 6 Monaten. Bis vor fünf Wochen befand ich mich im
Haushalt meiner
Züchterin in Braunschweig. Da kommt doch Sonntags jemand
angefahren, ich werde
von allen Seiten betrachtet, für gut befunden, in einen Kasten
gepackt (Kennel
haben sie gesagt) und dann musste ich doch tatsächlich in so
einer schaukelnden
Kiste drei Stunden verbringen. Die ganze Zeit saß jemand
neben mir und hat mir
erzählt, da wo wir jetzt hinfahren würden
wäre es super schön und toll und alle
hätten mich lieb und jede Menge Samtpfoten würden auf
mich warten. Pah! Kaum
waren wir da und der Kasten geht auf, ich steige aus und peng
– bekomme ich von
so einer Russischen Zicke eine Backpfeife. Da bin ich erstmal hinter
den
Schreibtisch unter die Heizung geflüchtet – die
können mich mal in Ruhe lassen!
Die Zweibeinerin, die neben mir saß ist dann weg. Wenn die
wiederkommt, erzähl
ich der was, das könnt Ihr glauben. Nachts hab ich dann Hunger
und Durst
bekommen. Hab dann mal die Gegend erkundet, ein bisschen gefressen und
getrunken und schwups, war ich wieder hinter dem Schreibtisch. Am
nächsten Tag
hab ich es denen aber gezeigt – den ganzen Tag haben die mich
gesucht und gegen
Abend hat mich Hunger und Durst dann raus getrieben. Da ist so ein
komischer
Raum mit unheimlich viel Sachen drin, mal machen sie Krach, mal stinken
sie,
ich weiß nicht was das ist. Der Mann (Peter heißt
er) sagt Hobbyraum dazu. Jedenfalls
kann man sich da prima verstecken. Die Frau (Elisabeth wird sie
gerufen, aber
ich sag „Mi“) hat mir dann lecker Futter
hingestellt und mich geschmust, ich
hab sie mit einem Schnurrer belohnt. Das hat ihr gefallen und wir haben
dann
ausgiebig weitergemacht. In der Nacht bin ich zu ihr ins Bett
gekrochen, da
waren die anderen Katzen auch. Es hat aber keinen Streit gegeben und so
geht es
mit denen jeden Tag ein bisschen besser. „Mi“ sitzt
sehr oft am Schreibtisch
und klappert auf so einem komischen Teil rum. Ich hab es auch schon
probiert,
aber finde nichts dabei. Ich schaue also so zu und dann ist mir das
Herz in die
Pfoten gerutscht,
kommt da so
eine
riesengroße schwarze Miezekatze um die Ecke mit Namen Rex.
Man war mir komisch! „Mi“
hat mir dann erklärt, dass der mehr Angst vor mir hat als ich
vor ihm. Ihr
könnt es glauben, dass ist wirklich wahr! Wenn ich einen auf
dicke Backe mache
und auf ihn zugehe, verkriecht der sich in jede Ecke. Ha –
bin ich nicht ein toller
Kater? Aber jetzt muss
ich erst
mal wieder alle aufmischen gehen, schließlich bin ich bald
hier der Oberboss
und nicht diese Russenzicke – oder?

Weihnachtsgeschichten
Eine
Geschichte für Anke
Der
Weihnachtsweg
Singend,
tanzend, rutschend
– plumps da saß ich auf meinem Po. Das hatte ich
nun davon, dass ich mit meinen
Gedanken schon auf dem Weg war. Auf dem Weihnachtsweg –
wollte ich doch so
schnell wie möglich bei meinen Eltern sein um Weihnachten zu
feiern. Und nun
hatte ich übersehen, dass der Weg halt glatt war und nicht zum
Tanzen geeignet.
So saß ich nun auf dem kalten, glatten Boden und war ruckzuck
auf dem Boden der
Tatsachen gelandet. Es nutzte aber alles nichts – aufstehen
und weitergehen war
die Devise, schließlich warteten meine Eltern auf mich. So
einfach war das aber
wiederum auch nicht. Ich kam mir vor wie Bambi, das mit Klopfer
versuchte auf
dem Eis zu laufen. Immerhin war ich schon auf allen Vieren, da
hörte ich ein
komisches Geräusch und als ich nachsah, was da so
„Ma-ma-ma-ma“ machte schaute
ich direkt in ein paar kleine Augen. Vor meiner Nase saß ein
kleines
Katzenkind. Ein wenig arg zerzaust und mager obendrein. Als ich meine
Hand
ausstreckte schnuffelte es daran und ließ wieder ein
„Ma-ma-ma“ hören. Mir
klopfte das Herz bis zum Hals und ich konnte nicht anders. Ich setzte
mich
wieder auf meinen Po (nass – kalt – phhhh
– was macht das schon), nahm das
kleine Wesen vorsichtig auf den Arm. Es war überhaupt nicht
scheu und kletterte
sofort unter meine Jacke. Ein sanftes Schnurren fühlte ich und
war so
überwältigt. So stand ich dann auf und machte mich
leise singend und ohne
Tanzen auf den Weg zu meinen Eltern. Dieser Weg war wirklich ein
Weihnachtsweg
und er bescherte mir 16 Jahre einer wundervollen Freundschaft!
Eine
Geschichte für Birgit
Alleine?
Mara
liegt auf dem Sofa und blättert in den Zeitschriften ihrer
Mutter
- ach ist das langweilig hier, denkt sie. Keiner hat Zeit für
mich, keiner will mit mir spielen, alles ist öde. Damit Ihr es
besser versteht: Mara ist ein Einzelkind, zwölf Jahre alt, in
der
Schule klappt es so einigermaßen. Nur der Haken an der
Geschichte
- sie hat keine Freunde. Keiner weiß warum, aber es ist so.
So
ist sie gerade dabei in Selbstmitleid zu versinken, da schellt es
stürmisch. Erschreckt hüpft sie hoch und schaut durch
die
Scheibe der Haustür. Dort steht ein Junge und will gerade
wieder
schellen. Mara reißt die Türe auf und motzt ihn an:
"Was
klingelst Du so dämlich?" Der Junge achtet nicht auf ihre
Worte
und sprudelt los: "Hast Du meine Miez gesehen? Ist sie vielleicht in
Eurem Keller oder der Garage eingesperrt? Ich suche sie schon seit drei
Tagen und weiss nicht mehr weiter!" Mara will schon weiter poltern, da
merkt sie, dass der Junge schluchzt. Sie denkt - er hat wirklich Angst
um seine Miez. "Komm - wir schauen nach, ob sie bei uns eingesperrt
ist", sagt sie. Sie zieht ihre Jacke an, legt einen Zettel auf den
Küchentisch (damit sich niemand Sorgen macht, sonst ist sie ja
immer da) und die beiden ziehen los. "Ich bin Mara und Du?" stellt sie
sich vor. "Iiiich bin Heini vom Haus gegenüber" schnieft der
Junge. Sie suchen den ganzen Keller ab und auch in der Garage ist in
keiner Ecke was zu sehen. Ratlos stehen die beiden da und die Augen von
Heini füllen sich wieder mit Tränen. "Stop"
kommandiert Mara
"sei still, da ist was!" Und richtig, ganz leise hören die
beiden
ein Scharren. Suchend schauen sie sich um und entdecken in den Brettern
auf dem Boden der Garage an einer Ecke ein Loch. Heini legt sich sofort
platt auf den Boden und versucht etwas zu erkennen, aber es ist da
unten stockduster. Mara holt eine Taschenlampe von der Werkbank ihres
Vaters und da funkelt zwei Sterne aus der Grube herauf. Heini lockt
"Miez, miez, miez" aber es tönt nur ein schwaches "Mau" herauf
und
nichts bewegt sich. Heini versucht die Holzbretter zu schieben, aber
sie sitzen fest und rühren sich nicht. Mara sagt: " Warte, ich
rufe meinen Vater an." Gesagt - getan. Mara rennt in die Wohnung und
ruft ihren Vater an. Er will schon aufbrausen, weil sie ihn
stört.
Doch als er hört, was passiert ist beruhigt er Mara und
verspricht
so schnell zu kommen, wie er kann. Mara läuft wieder zu Heini,
der
wie festgenagelt auf dem Boden liegt und in die dunkle Grube starrt.
Mara nimmt eine Arbeitslampe vom Haken - prima, sie passt durch das
Loch in der Ecke. Eingestöpselt und schon lassen sie die Lampe
hinunter. Tatsächlich, in der Ecke auf alten Lumpen liegt die
Miez
von Heini - doch sie faucht wie verrückt. Schnell machen sie
das
Licht wieder aus und warten auf Mara's Vater. Heini erzählt
ihr,
dass er mit seinen Eltern und Miez vor drei Monaten in das Haus
gegenüber gezogen ist. Sein Vater hatte eine neue Arbeit
gefunden
und so mussten sie weit weg von allen seinen Freunden, seinen
Großeltern und Verwandten in diese fremde Stadt ziehen. Als
dann
Miez vor drei Tagen verschwand, dachte er die Welt ginge unter und
seitdem sucht er sie. Endlich hören sie den Wagen von Mara's
Vater
kommen. Mara macht das Garagentor auf und der Vater sieht entsetzt in
ein verweintes, schmuddeliges Jungengesicht. Kurzentschlossen holt er
ein Stemmeisen und hebelt die ersten beiden Bohlen hoch. Es wird eine
Treppe sichtbar, die in die Tiefe führt. Er nimmt die
Arbeitslampe, schirmt sie mit einem Tuch ab und steigt in die Grube.
Doch Miez faucht und faucht. Da holt Mara einen Korb, drückt
ihn
Heini in die Hand und schickt ihn zum Vater in die Grube. Der Junge
geht auf seine Katze zu und nun staunt er nicht schlecht - Miez hat
kleine, winzige Babys bei sich. Sie packen die Katzenfamilie in den
Korb und fahren zum nächsten Tierarzt. Der staunt auch
als er diese Karawane sieht. Er versorgt die Katzenmama mit einer
Aufbauspritze, gibt genaue Anweisungen wie Heini sie zu versorgen hat,
begutachtet die drei Winzlinge und schickt alle mit guten
Wünschen
wieder heim. Mara's Vater fährt sie heim und meint, er
müsse
wieder ins Büro. Heini fragt: "Gehst Du noch mit
rüber?
Schließlich warst Du ja an der Rettungsaktion von Miez und
ihren
Babys hauptsächlich beteiligt."
Seit
diesem Tage hat sich eine schöne Freundschaft zwischen Heini,
Mara, Miez und Tick, Trick und Track entwickelt. Die Katzen leben in
beiden Häusern und weder Mensch noch Tier fühlen sich
einsam.
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